Beschwörende Kantate beim Weihnachtskonzert

Es ist immer wieder erbaulich und erstaunlich wie gute Bearbeitungen ihren Weg in die Konzerte finden! Ein schönes und sinnfälliges Beispiel dafür war ganz ohne Zweifel das Duett „“Cantique de Noel““ von Adolphe Adam (1803-56). Komponist und Musikprofessor Heino Schubert (1928) hat dieses bezaubernde Loblied für Chorstimmen umgeschrieben, wozu sich beim traditionellen Adventskonzert des MGV Geistingen am vierten Adventssonntag in der Geistinger Pfarrkirche St. Michael noch die Pavel am Klavier_2Solotrompete von Dirk Schiefen aus Buchholz im Westerwald gesellte. Chorleiter Pavel Brochin hatte seine Sänger mit größter Sorgfalt auf diese geradezu beschwörende und als „“O hehre Nacht““ apostrophierte Kantate eingestimmt, wobei er selbst noch den Klavierpart übernommen hatte. Sowie die Kantate von der Hingabe der Sänger und ihres Dirigenten lebte, so waren auch die Jubelchöre „Freuet euch all“ von Händel und das von Pavel Brochin bearbeitete „“Herbei, o ihr Gläub’gen““ voller Singfreude gestaltet. Die schön und sehr bewusst intonierten Trompetentöne waren dabei das eigentlicheDirk Schiefen, Trompete_2 i-Tüpfelchen. Zwei weitere feierlich und überzeugend klingende a-capella-Hymnen hatte Brochin mit „“Gottes Macht und Vorsehung““ von Beethoven und „“Gott erscheint““ von Stepan Degtjarev (1766-1813) aufgespürt.
Chorvorsitzender Markus Linten versprach dem Vorsitzenden des Hospizvereins „Lebenskreis“, Klaus Gräff, einen vierstelligen Konzerterlös, lobte dessen vorbildliche Arbeit, moderierte über die Werke und deren Komponisten und rezitierte über Engel, Leben und Tod, während die Apsis recht beeindruckend illuminiert war. Kirchenmusiker und Organist Dr. Dietmar Hofmann betonte die Rezitationen und das mystische Licht mit den fesselnden und inspirierten Orgelstücken „„Angels Song““ von Christopher Tambling (1964-2015) und „“La valse des anges““ (Engelswalzer) von Julien Bret (1974). Man weiß um die Vorlieben des heimischen Orgelinterpreten, was zeitgenössische und nicht Dr. Hofmann, Orgel_2alltägliche Orgelliteratur und Klangfarben angeht. Das war seinem ausgereiften und klangintensiven Spiel und den sorgfältigen Registrierungen anzuhören. Pfarrer Hans-Josef Lahr saß ebenfalls auf der Orgelempore und dürfte sein Vergnügen an den äußerst gelungenen Interpretationen gehabt haben! Man sah die tanzenden Engel, die uns bekanntlich Schutz und Geborgenheit geben, regelrecht vor dem geistigen Auge! Als versierter Begleiter von Dirk Schiefen zeigte Dr. Hofmann sein Stilgefühl und Gespür auch als sorgfältiger Mitgestalter, wovon die Liedstücke „“Panis angelicus““ von Caesar Franck und „“Ave Maria““ von Franz Schubert profitierten. Mit Chorbearbeitungen von Der Chor in Aktion_2Weihnachtsliedern, unter ihnen das kölsche Mundartlied „“Engk un Aanfang““ in einem Arrangement von Brochin und „“Weihnacht, Weihnacht““ von Nico Dostal (1895-1981), beschwor man die Sinnenfreude auf das Weihnachtsfest. Nicht zu vergessen die musikalische Verbeugung vor Udo Jürgens mit dessen Hymne an die Zukunft „“Ihr von morgen““.

Text und Fotos: Walter Dohr

 

 

 

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