Männerchor Geistingen bekommt Besuch im Kurpark

Bei unserer 2. Probe unter freiem Himmel im Geistinger Kurpark waren bereits mehr Sänger anwesend, als in der Vorwoche. Ganz überraschend bekamen wir Besuch von Walter Dohr, der als „Freier Chorredakteur“ im Rhein-Sieg Kreis über die hiesige Chorszene berichtet und diese besondere Probe beobachten wollte. Eine Chorprobe im Freien ist alleine schon akustisch etwas anderes, als das Singen im Saal. Seine Eindrücke dieser Probe hat Herr Walter Dohr uns freundlicherweise zur Veröffentlichung in unserer Homepage zur Verfügung gestellt, wofür wir uns herzlich bei ihm bedanken. Nun sein Artikel:

Vor dem Einsingen kam das Summen (Foto Walter Dohr)

Spür‘ ich Deinen Geist

Eine der Chorproben, die die engagierten Sänger des MGV Geistingen unter der überzeugenden Leitung von Chordirigent Pavel Brochin wegen der Corona-Krise im Hennefer Kurpark abhielten, hatte etwas ganz Besonders und Faszinierendes an sich, was man bei obligaten Proben im Saal in dieser Form nicht erlebt und auch nicht erleben kann. Es waren gleich mehrere Aspekte, die dabei eine ganz entscheidende Rolle spielten: Die Stille, die deutlich spürbare Konzentration und der ausgewogene, intensive und vorbildliche Chorklang. Der begnadete Stimmbildner, der sich wohl immer wieder gern auf den Weg aus dem Siebengebirge an die Sieg macht, mit einem Spiritual, nachdem er den traditionsreichen Männerchor mit ausgesuchten Stimmübungen „temperiert“ hatte. Das mit „Spür‘ ich Deinen Geist im Herzen“ überschriebene und von Pavel Brochin arrangierte Spiritual „Every time I feel the spirit“ (für diejenigen, die es gern in englischer Sprache interpretieren wollen) machte den präsenten und singfreudigen Stimmen viel innere Freude und wird auch dem Publikum bei der Aufführung gefallen.

Vielleicht würde man das Spiritual eher als ein geistliches Lied oder ein Traditional ansehen; doch da sind die musikalischen Grenzen wohl eher fließend! Obwohl der Dirigent von seinen musikalischen Mitstreitern immer wieder positiv angetan getan war, kam er nicht umhin, die stimmbewusste Tongebung, die sinnfällige Vokalfärbung und die richtige Intonation anzumahnen und das rechte Rhythmusgefühl zu entwickeln. Die Sänger machten ihm die Freude, die gewünschten Dinge umzusetzen und so alles in die rechten gesanglichen Bahnen zu lenken. Dafür wurden sie denn auch immer wieder gelobt. Und das zurecht! Um die harmonische und rhythmische Gestaltung zu unterstützen, begleitete der Dirigent das 20-köpfige Ensemble vom E-Piano aus und stellte sich alternierend unmittelbar vor den Chor, um die einzelnen Passagen des Spirituals a cappella singen zu lassen. Danach griff man zum ohrgängigen Kölner Liedtitel „Immer noch do“ von „Kasalla“, den Brochin ebenfalls bearbeitet hat.

Nochmals vielen Dank an Walter Dohr, der seinen Artikel auch im Hennefer Stadtecho veröffentlichen wird.