Auch im Freien singt es sich gut
Geistinger Sänger mit Chorleiter Pavel Brochin im sonnigen Kurpark (Foto Markus Linten)

Und immer wieder Montags, so gegen 18:00 Uhr, richten sich die Blicke der Geistinger Sänger nach oben zu den Wolken. Klappt es heute mit der Probe im schönen Kurpark oder verregnet die Probe, fällt also aus? Doch auch bei dieser 3. Probe im Freien zogen die Regenwolken an uns vorbei. Wir konnten singen und uns über weitere Sänger freuen, die zu uns gestoßen waren. Auch die Presse hatte sich zum Besuch gemeldet und Walter Dohr ebenfalls. Seinen Beitrag veröffentlichen wir nachstehend.

Beitrag von Walter Dohr zur 3. Chorprobe im Kurpark

FREUNDE, LASST UNS TRINKEN

Markus Linten, engagierter Vorsitzender des traditionsareichen MGV Geistingen, die Chorsänger und der motivierte Chordirigent Pavel Brochin freuten sich, den langjährigen Chorbruder Dieter Schmitt aus Heisterschoss bei der Chorprobe im Hennefer Kurpark begrüssen können. Dieser dürfte gewiss eine stimmliche Verstärkung für den singfreudigen Männerchor sein, da er auch schon als Chorsolist und Solosänger viel Erfahrung gesammelt hat. Allerdings kam er nur als Gast, um zu schnuppern.

Ein neuer Sänger schnuppert rein
Foto: Walter Dohr

Man kann bereits nach der dritten Chorprobe (es kommen von Woche zu Woche immer weitere Sänger!) konstatieren, dass man gestärkt aus der Corona-Krise kommen wird. Eine vollmundige Metapher, die den Politikern immer wieder etwas zu leichtfertig über die Lippen kommt. Doch für das Singen in angmessenem Abstand (da verhalten sich die Sänger wirklich vorbildlich!) trifft das schon eher zu. Denn das Singen zwingt die Sänger regelrecht dazu, sich noch konzentrierter und stimmbewusster zu präsentieren. Nach den Einsingübungen packte man das geistreich-musikantische Chorstück „Freunde, lasst uns trinken“ des verschmitzt-vergnügten Barden Reinhard Mey aus, zu dem Pasquale Thibaut einen stimmfeinen Männerchorsatz arrangiert hat. Dem besagten Barden ein Loblied zu singen, hieße in der Tat Eulen nach Athen tragen! Wer kennt nicht die skurrile Ballade „Die Diplomatenjagd“ oder das sehnsuchtsvolle „Über den Wolken“.

Chorleiter Pavel Brochin vor dem Chor
Foto Walter Dohr Chorleiter Pavel Brochin

Es ist immer wieder schön, dass sich Arrangeure finden, die solche pointierten Lieder aufgreifen und sinnfällig für die Chöre bearbeiten. Und wenn alle Stricke reissen, findet Pavel Brochin noch Lust und Laune, selbst Bearbeitungen zu fabrizieren. Es ist ein wahrer Genuß, wenn man das alte französische Trinklied „Tourdion“ aus der Renaissancezeit und das Reinhard Mey-Arrangement (beides sind Repertoire- und Paradestücke in Geistingen) miteinander assoziiert. Das deutsche Trinklied gipfelt darin, „Auf den Augenblick der Ewigkeit den wir auf Erden leben“ einen Trinkspruch auszubringen. Der Chordirigent lobte seine stimmlich wiederum gut disponierten Sänger. Dennoch liess er nicht locker, an der Klangfärbung, der Stimmgebung und der richtigen rhytmischen Akzentuierung zu arbeiten. Auch auf die lebendig gestaltenden und ausgesungenen schwingenden und klingenden Stimmbögen und Stimmgänge richtete Brochin immer wieder sein besonderes Augenmerk. Ausserdem ermutigte er die motivierten Sänger zur überzeugenden Stmmigkeit. Denn damit kann man letztlich als Chor und beim Publikum seine Erfüllung finden. Wie meinte doch der viel zu früh verstorbene Chorleiter Bernd Radoch auf einer der Chorproben des benachbarten Männerchores „Constantia“ Weingartsgasse: „Nur was schwingt, das klingt!“. Dem wird auch Pavel Brochin sicher zustimmen.

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