Eröffnung des Helenenfestes 2018

 

 

Männerchor Geistingen singt im Helenenstift

                                              Foto oben und Artikeltext von Walter Dohr

Dirigent mit sonorer Basstimme

Das traditionelle Helenenfest im Altenzentrum „Helenenstift“ in Geistingen, dem im Jahre 2018 wirklich strahlendes Kaiserwetter beschert war, wird in jedem Jahr mit einer Sonntagsmesse im akustisch recht passablen Lichthof eröffnet. Der pensionierte Pfarrer Leo Vetter-Diez zelebrierte die gut besuchte Messe, die musikalisch von den Sängern des traditionsreichen MGV Geistingen gestaltet wurde, während der frühere Geistinger Klosterorganist Stefan Andree die Gemeinde und den engagierten und stimmbewussten Männerchor und die Gemeinde gekonnt auf dem Klavier begleitete. Welch ein Können und Musikalität dem sympathischen Liedbegleiter und Pianisten innewohnt, zeigte dieser während der Kommunion mit einer inspirierten Klavierimprovisation während der Kommunion. Der gebürtige ukrainische Chorleiter Pavel Brochin, der die Geistinger Sänger schon viele Jahre erfolgreich betreut und immer zu motivieren versteht, hatte die Singstimmen vor dem Chorauftritt sorgfältig anstimmen lassen; zumal mehr als ein Dutzend Sänger fehlten. Man darf nicht vergessen, dass der Auftritt in der vorletzten Ferienwoche stattfand. Doch für den Dirigenten und begnadeten Stimmbildner und den Chorvorsitzenden Markus Linten war das kein Hinderungsgrund, der Bitte des Leiter des Sozialen Dienstes, Uwe Bäumer, nachzukommen. Die Einrichtungsleiterin Adelheid Paas und er waren froh darüber und hörten ebenfalls den Sängern und dem Pianisten zu, die recht ambitioniert zu Werke gingen. Der Chorleiter hatte also dafür gesorgt, dass der Männerchor eingesungen und eingestimmt war, ehe dieser das klavierbegleitete „Kyrie“ und „Agnus“ aus einer „Missa brevis“ des französischen Komponisten Charles Gounod intonierte. Der frühere Bundeschorleiter des Sängerbundes und Dortmunder Komponist, Chorleiter und Musikverleger Gerhard Rabe hat die besagte Messkomposition in einen vierstimmigen Männerchorsatz gegossen. Diese romantisierende und sinnfällige Messe ist für jeden Männerchor eine musikalische Bereicherung. Das ist auch sicherlich der Grund dafür, dass ihn Pavel Brochin mit dem konzentriert agierenden MGV Geistingen einstudiert hat. Es war wirklich schön zu hören, dass das oft gesungene „Sanctus“ aus der „Deutschen Messe“ von Franz Schubert diesmal nicht vom Chor, sondern von der Gemeinde angestimmt wurde.

Dieses volkstümliche Messlied hat inzwischen Eingang in des „Neue Gotteslob“ gefunden und so ist es schon sinnvoll und anzuraten, die eine oder andere für Männerchöre vertonte Messe aufzuspüren. Die Kirchenbesucher werden es den Sängern gewiss danken. Die Heimbewohnerinnen und Heimbewohner sowie die Gäste waren jedenfalls sehr davon angetan und spendeten nach dem Schlusssegen regen Beifall! Angetan war man ebenso vom melodischen Liedsatz „Auf allen Wegen“ aus der liebenswerten und sinnenfrohen „Vater unser-Messe“ des zeitgenössischen und steiermärkischen Komponisten Lorenz Maierhofer, von dem während der Messe der Chorsatz „Froh die Stunde, froh der Tag“ in allerfeinsten

a-cappella-Manieren erklang. Doch dieses Chorwerk ist pointiert komponiert und verlangt jeden Sänger. Doch da brauchte sich Pavel Brochin überhaupt keine Sorgen zu machen. Denn es zahlte sich einmal mehr die gezielte und vorbildliche Chorarbeit aus. Man merkte mit jedem Ton, dass der mitsingende Chorleiter die Stimmbildung fördert.

Die 2 Bilder unten sind vom MGV Geistingen