Chor mit Combo-Band

Das traditionelle Matineekonzert in der Hennefer Meys Fabrik lockte am zweiten Junisonntag viele Gäste an, die bei den vom MGV Geistingen mit Bravour und viel stimmlicher Überzeugung und Ausdruckskraft intonierten Hymnen und Balladen regelrecht dahinschmolzen. Das soll nun wirklich keine kitschige Betrachtung sein; sondern vielmehr das ganze Gegenteil davon!
Pavel BrochinPavel Brochin, der insbesondere von seinen Sängern seit Jahren geschätzt wird, hatte aber auch dafür gesorgt, dass das wunderschöne Programm (das wirklich keine Fragen offen ließ) alle Herzen höherschlagen ließ. Die vom sympathischen und vorbildlich agierenden Chordirigent und vorzüglichen Korrepetitor ausgesuchten und einstudierten Musikstücke hatten es wahrlich in sich und waren ein einziger Appell an die Gefühle und Begeisterung, die sich schon von den ersten Takten des Bläck-Fööss-Hits „Loss mer singe“ wie von selbst verströmten. Markus LintenZuvor hatte Chorvorsitzender Markus Linten (wiederum als kundiger und eloquenter Moderator präsent) auch einen Besuch aus Lindenholzhausen (Bad Berleburg) begrüßt, wo bekanntlich internationale Chorfestivals ausgerichtet werden.
Dieser brauchte seine Reise aus dem Sauerland an die Sieg nicht zu bereuen und hatte sicherlich wie auch das Publikum seine helle Freude am musikalischen Geschehen auf der Bühne von „Hennef´s guter Stube“.
Doch der unermüdliche Chorleiter und Musiker Pavel Brochin hatte nicht nur eifrig und sorgfältig und letztlich erfolgreich mit den etwa 40 Geistinger Sängern geprobt (sowie diese für die wirklich gelungene Pop-Hymne „Music“ von John Miles lobte), sondern gleich mehrere andere Stücke für den traditionsreichen Männerchor recht gekonnt und pointiert arrangiert wie „Über sieben Brücken musst Du gehen“ (Uwe Swillms/Karat), „Steh auf“ (Die Toten Hosen) oder „Wenn mir Kölsche singe“ (Bläck Fööss). Das offenbart die „rheinische Seele“ von Brochin, in dem offensichtlich wie bei Goethe „zwei Seelen in der Brust wohnen“. Davon profitieren er als Dirigent und Bearbeiter und seine Sänger, die ihre unverwüstlichen kölschen Hymnen und Balladen nun selber inszenieren können!
Dafür kann man Brochin einfach nicht genug danken, da er das gesangliche Milieu und Flair auf vielfältige Weise quasi vom Rhein an die Sieg transportiert. Doch Pavel Brochin mit Chorder gewiefte Arrangeur macht nicht vor der Musik aus der Domstadt halt, sondern greift mit derselben Leidenschaft die eine oder andere Pop-Hymne und Rockballade auf. Eine davon ist „Music“, bei der Brochin auf die deutsche Sprache zurückgreift und den Sängern ein Arrangement in die Notenmappen gelegt hat, das sich nicht unbedingt vom Blatt singen lässt.
Doch die Geistinger Sänger lassen sich immer wieder gerne fordern und suchen hin und wieder eine solche stimmliche, harmonische und rhythmisch diffizile Herausforderung. Der reichliche Applaus dafür ist der berechtigte Lohn und der richtige Ansporn für weitere musikalische Taten! Diese behält der Chorleiter sicher auch für das baldige Kurparkkonzert bereit.
Außerdem waren die von Udo Jürgens vertonte sozialkritische „Hymne an die Zukunft“, die unsterblichen ABBA-Erfolge „Thank you for the music“ und „Anthem“ (aus dem Schach-Musical „Chess“), „Can you feel the love tonight“ (aus dem Zeichentrickfilm „The Lion King“) von Elton John, „Land of Hope and Glory“ (der wahre Inbegriff einer pathetischen Hymne) von Edward Elgar (mit feinabgetönten Passagen einer Chorgruppe) zu hören.
Die „Weltpremiere“ von Frank Sinatra´s gefühlvoller und unsterblicher Lebensbeichte „So leb dein Leben“ („My way“) krönte ein Konzert, das man wohl in bester Erinnerung behalten wird. So wie das äußerst differenzierte Spiel der dreiköpfigen Kölner „Vitalij Eberling Combo“. Das betrifft gleichermaßen die höchst Pavel Brochin und Combo-Bandgeschmeidige und inspirierte Chorbegleitung wie auch die beiden Soloauftritte, bei denen Pavel Brochin als Pianist in die Mitte rückte! Die sehr dezidiert aufspielenden Musiker verwöhnten das Publikum mit dem Karnevalshit „Et jitt kei Wood“ der Kölner Rockband „Cat Ballou“ aus dem Jahre 2012 und die weltberühmte Pop-Ballade „One Moment in Time“ von Albert Hammond, mit der Whitney Houston bei den Olympischen Spielen im Jahre 1988 für viel Furore gesorgt hat!
Nach dem Schlussbeifall bewirtete der MGV Geistingen das Publikum mit Getränken und Snacks.

Text: Walter Dohr        Fotos: Dr. Hartmann

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